Vorbildlich bei der Energieeffizienz: die Gebäude der Münchener Rück am Münchner Tor
Die Münchener Rück legte bei ihren neuen Bürogebäuden am Münchner Tor besonderen Wert darauf, energieeffiziente Technologien einzusetzen. Die Gebäudetechnik ist daher so geplant, dass die Mitarbeiter einen guten Komfortstandard haben und zugleich möglichst wenig Strom, Fernwärme und Wasser verbraucht wird. Möglich ist dies, indem zum Teil natürliche Energiequellen genutzt werden.
Der standardisierte durchschnittliche Primärenergiebedarf eines Verwaltungsgebäudes beträgt etwa 400 kwh/m2 pro Jahr – die Gebäude am Münchner Tor verbrauchen dagegen nur 237 kwh/m2. Das ist weniger als das standardisierte Mittel energieeffizienter Verwaltungsgebäude, das bei 270 kwh/m2 pro Jahr liegt. Dieser Wert wurde uns extern bestätigt: Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik erstellte 2005 den Energiepass gemäß der EU-Richtlinie DIN V 18599, der den standardisierten Primärenergieverbrauch von Gebäuden ausweist.
Ein Element der Wärme- und Kälteenergieeinsparung ist die Technologie der Betonkernaktivierung. Sie basiert auf einem Rohrleitungssystem, das während der Bauphase in die Betondecke eingegossen wird. Im Sommer wird dann etwa 17 Grad warmes Grundwasser durch die Rohrleitungen gepumpt, um das Gebäude zu kühlen. Dadurch entsteht bei hohen Außentemperaturen ein behagliches Raumklima.
Diese Technik ergänzen andere innovative Konzepte, beispielsweise ein 100 Meter langer Betonkanal, der im Erdboden verlegt ist. Über ihn wird Frischluft angesaugt, welche die Gebäude belüftet. Im Sommer kühlt sich die warme Außenluft durch das kalte angrenzende Erdreich um etwa 5 Kelvin ab, im Winter erwärmt sie sich. Die Luft im Kanal wird anschließend in einem Heizregister je nach Bedarf weiter erwärmt. Ein System zur Wärmerückgewinnung entzieht schließlich der Abluft die Wärmeenergie und speist sie wieder in das Heizregister ein.
Außerdem ermöglicht die Doppelfassade – also die zweischalige Verglasung der Gebäude – ein natürliches Lüften über die Fenster. Zudem sorgen Luftschächte, die den natürlichen Auftrieb von Warmluft nutzen, für frische Luft und Kühlung in den Büroräumen, was den Mitarbeitern ebenfalls zugute kommt.
Energieeffizient ist auch das Zusammenspiel von Beleuchtung und Jalousien, die tageslichtabhängig gesteuert werden. Dabei reflektiert ein Teil der Außenjalousie das Sonnenlicht an die Bürodecke; die Innenbeleuchtung kann dann reduziert werden. Dazu messen Sensoren an der Außenfassade die Beleuchtungsstärke. Die Daten werden in einen Simulationsrechner eingespeist, der berechnet, wie viel Kunstlicht erforderlich ist, und demnach die Büroleuchten dimmt.
Beim Strommanagement sorgt eine spezielle Technik dafür, dass große Stromverbraucher in den Gebäuden automatisch an- und ausgeschaltet werden. So werden Lastspitzen vermieden.