Deep Lake Water Cooling in Toronto

Das Munich Re Centre in Toronto pflegt beim Klimaschutz eine lange Tradition – es hat Projekte wie die Modernisierung der Beleuchtungsanlagen oder die Nachrüstung des Gebäudes mit energieeffizienteren Elektromotoren angeschoben. Nach fast 35 Jahren verweigerte vor Kurzem das Klimasystem seinen Dienst. Statt die drei bislang eingesetzten Flüssigkeitskühler, sogenannte Chiller, und die beiden Kühltürme zu erneuern, entschied man, das Haus an das innovative Deep Lake Water Cooling System (DLWC) des Energieversorgers Enwave anzuschließen.

Die Idee hinter dem DLWC ist ebenso einfach wie bestechend: Wie in jedem großen stehenden Gewässer beträgt die Temperatur des Lake Ontario, der an Toronto grenzt, am Grund konstant 4 Grad Celsius. Das macht sich das DLWC zunutze: Es pumpt Wasser aus einer Tiefe von 83 Metern nach oben und verwendet es, um einen separaten Wasserkreislauf zu kühlen, an den in Downtown Toronto bereits zahlreiche Gebäude angeschlossen sind. Seine Kapazität ist so ausgelegt, dass er rund 300.000 m2 Bürofläche mit klimatisierter Luft versorgen kann.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Das System spart rund 90 % Energie, verringert die Abwärme, die sonst bei der Stromerzeugung in den Lake Ontario gelangen würde, und vermeidet jährlich 1.180 Tonnen CO2-Emissionen. Doch das Projekt entlastet nicht nur die Umwelt, es rechnet sich auch: Sowohl im Zehn- als auch im Zwanzig-Jahresvergleich übertrafen die Investitions- und Unterhaltsersparnisse die Kosten, die Enwave für die Kälte aus der Tiefe in Rechnung stellt. Auch an der Zuverlässigkeit von DLWC bestanden keine Zweifel, da die Firma Enwave das Gebäude bereits seit seinem Bestehen 1972 störungsfrei mit Fernwärme versorgt. Das Munich Re Centre freut sich schon auf den ersten Sommer mit dem Deep Lake Water Cooling System – im Bewusstsein, damit positiv zur Begrenzung des Klimawandels beizutragen.