Risikomanagement

Verantwortung gegenüber den Kunden und der Allgemeinheit bedeutet, Risiken vorausschauend zu managen.

Warum tun Unternehmen gut daran, sich nicht nur mit ihren Erfolgschancen, sondern ebenso intensiv mit ihren möglichen Risiken auseinanderzusetzen?
Die einfache Antwort lautet: Weil das Bestandteil nachhaltigen unternehmerischen Denkens und Handelns ist – notwendig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, unverzichtbar, wenn es um Qualitätsführerschaft geht.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Risikolandschaft kurzfristig und unerwartet verändern kann. Der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York wird uns als eine Katastrophe mit Folgeschäden in Erinnerung bleiben, die kein Versicherer in sein Kalkül einbezogen hatte. Der Anschlag hat zu einer Sensibilisierung und einer Erweiterung der Risikobetrachtungen bei Versicherern, Politikern und in der Gesellschaft geführt. Auch andere Gefahren, die sich etwa aus dem Klimawandel oder einer Vogelgrippe-Pandemie ergeben, müssen heute in die Risikomodelle einfließen.

Die konzernweite Steuerung und Kontrolle des Risikomanagements gehört daher in der Münchener-Rück-Gruppe zu den Aufgaben des Vorstands. Ihn unterstützt das Integrierte Risikomanagement, das der Group Chief Risk Officer leitet; es ist dafür verantwortlich, die aktiv- und passivseitigen Risiken ganzheitlich zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Dabei stehen ihm dezentrale Risikomanagementeinheiten zur Seite.

Das Integrierte Risikomanagement setzt zudem Standards und entwickelt Methoden wie Instrumente, die das Fundament für ein konzernweit konsistentes Risikomanagement legen. Die dezentralen Risikocontroller der gesamten Gruppe passen diese an ihren spezifischen Bedarf an, wobei sie eventuelle gesetzliche Vorschriften einbeziehen. Im Tagesgeschäft sind die Führungskräfte der einzelnen Geschäftseinheiten gefordert, systematisch mit den einzelnen Risiken der Erst- und Rückversicherung umzugehen.

Um die Risikosituation stets adäquat einschätzen zu können, unterliegen unsere Instrumente, mit denen wir Risiken überwachen und steuern, einer ständigen Weiterentwickelung. Unsere Experten bewerten die Gefahren im Hinblick auf mögliche Eintrittswahrscheinlichkeiten und finanzielle Auswirkungen. Darüber hinaus nehmen wir so genannte Stresstests und Szenarioanalysen vor und treffen geeignete Maßnahmen, um nicht akzeptable Risiken auszuschließen oder zu begrenzen.

Besonderes Augenmerk legen wir zudem auf die Emerging Risks, also Risiken, die entstehen, weil sich die Rahmenbedingen (etwa die rechtlichen, soziopolitischen oder naturwissenschaftlich-technischen) ändern. Die Schadenträchtigkeit dieser Risiken sind zwangsläufig schwer einzuschätzen. Für sie wenden wir einen fachübergreifenden Ansatz an, der das Wissen und die Erfahrung unserer Geowissenschaftler, Biologen, Underwritingexperten, Juristen, Ökonomen, Soziologen und Aktuare nutzt.

Darüber hinaus haben wir ein Risikofrüherkennungssystem eingerichtet. Entwicklungen und schwache Signale, die sich möglicherweise auf unser Geschäft auswirken werden, identifizieren wir durch systematische Trendforschung, mithilfe unseres Knowledge-Managements oder durch Risikoabfragen in der gesamten Gruppe. Vielfältige Kooperationen mit externen Partnern ergänzen das interne Frühwarnsystem.

Das Wissen und die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter ist der Schlüssel zu unserem Erfolg. Personalrisiken, die sich daraus ergeben, analysieren und steuern wir daher über geeignete Indikatoren und Messgrößen.

Die interne Revision der einzelnen Gruppengesellschaften durchleuchtet zusätzlich als unabhängige Instanz das Risikomanagement und seine Weiterentwicklung. Überdies untersucht sie, ob die implementierten Kontrollen und Überwachungsmaßnahmen zweckmäßig sind und eingehalten werden. Last but not least wird das Risikomanagementsystem im Rahmen des Jahresabschlusses vom Abschlussprüfer untersucht.