Vom Wissen zum Handeln – die Münchener Rück Stiftung
Die Münchener Rück beschäftigt sich seit über 125 Jahren mit globalen Risiken und setzt sich mit den großen Herausforderungen der Welt auseinander: Bevölkerungswachstum, Globalisierung, Ressourcenverknappung, Umweltverschmutzung, Klimaveränderung. Wer über so viel Wissen verfügt, trägt auch Verantwortung: Wissen verpflichtet. Mit der Münchener Rück Stiftung werden wir dieser Verpflichtung gerecht: Ausgestattet mit einem Stiftungskapital von 50 Millionen € stellt die Stiftung seit 2005 das Wissen über die Risiken in den Dienst der Menschen.
Dabei widmet sie sich verstärkt Nachhaltigkeitsfragen. Bei vielen ihrer Projekte stehen Nachhaltigkeitsaspekt im Zentrum, in Deutschland setzt sie sich schwerpunktmäßig mit Jugendbildung und Nachhaltigkeit auseinander. Der Geschäftsführer der Münchener Rück Stiftung ist zudem Mitglied der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" und des Nachhaltigkeitsrats der Bundesrepublik Deutschland.
Unter dem Motto "Vom Wissen zum Handeln" setzt sich die Stiftung dafür ein, Menschen in Risikosituationen zu helfen und ihre Lebenssituation zu verbessern – gerade in Ländern, in denen viele Betroffene wegen ihrer Armut nicht auf Finanzdienstleistungen zurückgreifen können. Dabei konzentriert sie sich auf vier Handlungsfelder: Erforschen, Vernetzen, Sensibilisieren und Handeln. 2006 konnte die Münchener Rück Stiftung auf allen Handlungsfeldern Erfolge erzielen.
Erforschen
Angesichts von Naturgewalten und knapper werdenden Ressourcen steigt die soziale Verwundbarkeit der Menschen, gerade in Entwicklungsländern. Nur wenn wir wissen, wie sich die Widerstandskraft gesellschaftlicher Systeme im Katastrophenfall stärken und menschliche Sicherheit verbessern lässt, können die schlimmsten Folgen verhindert werden. Auf einer einwöchigen Sommerakademie in Hohenkammer bei München diskutierten 25 Jungwissenschaftler aus aller Welt mit hochrangigen Experten Probleme der sozialen Verwundbarkeit im Kontext der globalen Herausforderungen unserer Zeit. Dazu gehören unter anderen Armut, Zugang zu Wasser, Verstädterung, Naturkatastrophen sowie Migration. Die Akademie, die 2006 von der Universität der Vereinten Nationen (UNU) und der Münchener Rück Stiftung gegründet wurde, wird auch künftig die Forschung auf diesem Gebiet vorantreiben.
Vernetzen
Mikroversicherungen leisten weltweit einen immer wichtigeren Beitrag zur Bekämpfung von Armut. Die zweite Mikroversicherungskonferenz im November 2006 in Kapstadt widmete sich der Frage, wie Menschen mit geringem Einkommen, insbesondere in Afrika, Zugang zu Versicherungen bekommen können.
Organisiert haben die Konferenz die Münchener Rück Stiftung und die Arbeitsgruppe Mikroversicherung der Consultative Group to Assist the Poor (CGAP) zusammen mit dem südafrikanischen FinMark Trust. Die dritte Konferenz findet im Herbst 2007 in der indischen Metropole Mumbai statt – in Indien nimmt die Bedeutung der Mikroversicherung stetig zu.
Gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hat die Stiftung zudem das erste umfassende Kompendium zur Miroversicherung herausgegeben: "Protecting the Poor – A Microinsurance Compendium".
Sensibilisieren
2006 unterstützte die Münchener Rück Stiftung zwei bundesweite Projekte an deutschen Schulen, um das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen für Klimawandel und Nachhaltigkeit zu schärfen: "Jugend mit unendlicher Energie – schützt das Klima!", ein Wettbewerb des Bundesumweltministeriums, und "Klimaexpedition", ein Bildungsprojekt von Germanwatch, das tagesaktuelle Aufnahmen der Erde aus dem Weltall ins Klassenzimmer holt.
Die Dialogforen "Die Risiken der Münchner", welche die Stiftung 2006 zusammen mit dem GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit veranstaltete, richteten sich hingegen an Erwachsene. An fünf Abenden diskutierten Experten mit Bürgern unter anderem über Risiken für Kinder, das Gefahrenpotenzial von Feinstaub und über das Pandemierisiko.
Handeln
Überschwemmungskatastrophen haben in den vergangenen Jahrzehnten weltweit – und auch in Mosambik – signifikant zugenommen. Funktionierende Warnsysteme sind ein wesentlicher Bestandteil effektiver Prävention. Die Münchener Rück Stiftung unterstützt seit 2005 mit ihrem Projekt "Flutwarnsystem Mosambik" den Aufbau eines einfachen, aber effektiven Frühwarnsystems am Búzi. Überschwemmungen reißen dort regelmäßig viele hundert Menschen in den Tod und entziehen den Bewohnern die Lebensgrundlagen.