Münchener Rück unterstützt Kindergartenprojekt in Südafrika
Nach vielen Monaten der Vorbereitung, des gemeinsamen Entwerfens und Planens brachen Mitte August dieses Jahres 29 Architektur- und 6 Landschaftsarchitekturstudenten mit ihren Betreuern nach Johannesburg auf, um einen neuen Kindergarten mit Freianlagen im Township Orangefarm bei Johannesburg zu verwirklichen.
Die Studenten planten das neue Gebäude und die Freianlagen im Rahmen von Oberstufenentwürfen am Fachgebiet Holzbau der Architekturfakultät der TU München. Das Projekt ermöglichten vor allem Spenden von Firmen und Privatpersonen, mit denen die Baukosten für den neuen Kindergarten finanziert werden konnten. Die Münchener Rück trug nicht nur durch großzügige finanzielle Hilfe, sondern auch durch Kontakte vor Ort maßgeblich zum Gelingen des Projekts bei.
Der Bau – jeden Tag eine neue Herausforderung!
Trotz der sehr umfassenden Vorbereitungen in den Monaten vor Baubeginn prägten viele unerwartete Hindernisse und Schwierigkeiten die Bauzeit in Südafrika. In der kurzen Zeit von nur 39 Tagen mussten nicht nur alle Bauarbeiten zum Teil unter größtem körperlichem Einsatz ausgeführt werden, es galt auch, laufend Materialien und Geräte zu beschaffen, Transport und Unterbringung zu organisieren und immer wieder mit Behörden zu verhandeln.
Täglich wurden bis zu zwanzig örtliche Arbeitskräfte ausgewählt, beschäftigt und bezahlt, Verpflegung und Wasser für mehr als 50 Personen vorbereitet und die nötigen Baustoffe in einer für die meisten Lieferanten ungewohnten Menge und Geschwindigkeit gekauft und auf die Baustelle gebracht. Eine der logistischen Herausforderungen bestand darin, einen Überseecontainer aus Bremen mit gespendeten Materialien und Werkzeugen anzuliefern, der auf der Baustelle als Werkzeuglager verwendet wurde.
Akzeptanz in der Bevölkerung schaffen
Nicht zuletzt musste bei Anwohnern und Entscheidungsträgern für die Akzeptanz und Unterstützung geworben werden, die für einen ungefährlichen und ungestörten Aufenthalt im Township erforderlich waren. Nur wenn man das neue Gebäude in die örtliche Gemeinschaft integriert, was über viele Kontakte und Gespräche mit Nachbarn, Nutzern und Gemeindevertretern gefördert wurde, kann es den Impuls für die Aufwertung des Viertels geben. Dies ist ein wesentliches Ziel des Projekts.
Durch den außergewöhnlichen Einsatz aller Beteiligten und den Zusammenhalt der Gruppe konnte das Bauprojekt in sehr kurzer Zeit realisiert und der geplante Fertigstellungstermin am 30. September eingehalten werden. Die Einweihung des Gebäudes wurde mit einem großen Fest gefeiert. Das Haus in Massivbauweise mit geschlämmten Wänden und einem großen Schattendach bietet Platz für etwa 60 Kinder der örtlichen Gemeinde. Damit entstand aber nicht nur ein Haus aus Stein: Der Kindergarten bedeutet für die Anwohner die Hoffnung, dass ihr Township aufgewertet wird.
Was allen Teilnehmern von diesem Projekt bleibt, sind Eindrücke eines großartigen, vielfältigen Landes, die jeder auf ganz persönliche Weise sammeln konnte: der enge und herzliche Kontakt zu den Einwohnern, Einblicke in ihr Leben, das häufig von einem kaum vorstellbaren Mangel gekennzeichnet ist, die Musik aus den Hütten, die vielen Kinder und nicht zuletzt der afrikanische Sonnenuntergang.